Jan 12 2012
Erinnerungen…Mein Leben im Wohnwagen
Es ist Reisetag und alle sind schon am Morgen nervös. Mutti schickte mich schon früh aus dem Wohnwagen um ungestört packen zu können. In den Küchenschränken werden Kissen geschoben damit das Geschirr heile bleibt. Der Wohnzimmertisch wird auf den Kopf gestellt. Die Lampen und der Fernseher kommen aufs Bett. Die Schränke werden mit Splinte gesichert, dass ist sicherer da kein Schrankschloss dem ewigen gerüttle der Straßen stand halten würde.
Als Stromkabel und die Schläuche entfernt, Veranda und Erker eingeschoben waren, hängte Vati den Wohnwagen an die Zugmaschine an. Er rangierte den Wohnwagen zum Mittelbauwagen hin und hängte diesen auch noch ran. Da ist der Zug zwar sehr lang, aber das spart Zeit und Geld weil nur eine Tour ansteht. Noch einen letzten Blick über den Platz und schon geht es los.
Ich sitze bei Mutti im Pkw und hinten dran der Kassenwagen. Vati fährt mit der Zugmaschine, hintendran eben unser Wohnwagen und der Mittelbauanhänger worauf das ganze Karussell verladen ist. Hoffentlich geht alles gut sagt Mami, da die Straßen in einigen Ortschafften ziemlich enge sind. Aber Mutti, sagte ich, Papa kommt doch immer heile an, darauf Mama, du hast ja recht, ich mache mir eben nur meine Sorgen. Auf den neuen Platz angekommen suchte Mama den Platzmeister um zu erfahren wo unser Karussell und der Wohnwagen eingeteilt sind. Als das alles geklärt war kam auch Vati schon mit seinen Zug an. Als erstes rangierte er immer den Wohnwagen ein und erst danach stellte er den Mittelbau an richtiger Stelle hin. Du bist mal wieder wild durch die Gegend gefahren, sagte Mami mit einen Lächeln im Gesicht, warum ist wieder einmal eine Schranktür aufgegangen. Ja, sagte Mami, dieses mal leider der Küchenschrank das ganze Zucker und das Mehl ist in der Küche verstreut.
Los komm sagt Mami wir melden dich in der Schule an. Dieser Gang fällt mir doch immer wieder schwer. Im Sekretariat kannte mich die Direktorin noch vom letzten Jahr und setzte mich auch in die gleiche Klasse. Das ist schön so da kenne ich noch ein paar Freunde. Im Klassenzimmer angekommen fing die ganze Klasse an zu jubeln hurra hurra die Kirmes ist wieder da. Hallo wie geht es dir, wo wart ihr überall, habt ihr noch euren Hund, Fragen über Fragen, die Klasse war außer Rand und bannt. Nach einer ganzen Weile meldete sich der Lehrer und sagte, so Kinder nun wieder zum Unterricht. So wunderbar wird man nicht in jeder Schule aufgenommen. Manchmal sind die Schüler sehr zurückhaltend, mit denen muss man erst einmal warm werden. Aber bei der Abreise sind dann die meisten wieder traurig und hoffen das ich im nächsten Jahr wieder komme.
Auf dem Festplatz kennen sich die meisten Schausteller und deren Kinder, da man öfters auf dieser oder jener Kirmes zusammensteht. Wegen der Schule muss ich rechtzeitig zu Bett, da ist die Kirmes immer noch geöffnet und einiger Kirmeslärm durchdringt den Wohnwagen. Aber daran hab ich mich gewöhnt da fällt das Einschlafen nicht schwer. Ja so ist mein Leben, ständig die Schule wechseln, ewig neue Freunde kennen lernen, immer in einer anderen Gegend. Außer während der Winterpause da sind wir Zuhause in unserer Heimatstadt und Leben im Haus.
Wenn der Winter vorbei ist, sind alle wieder froh und Glücklich die Wagen anhängen zu können um auf Tour zu gehen. Selbst unser Hund freut sich wenn es wieder los geht. Nur die Oma ist traurig denn sie bleibt Zuhause und fährt nicht mehr mit.
Oft werde ich gefragt ob mir das Leben im Wohnwagen gefällt und ich nicht lieber an einen festen Ort bleiben würde. Nein niemals, auf der Reise lebt man anders, lernt viele Leute kennen, hat viel zu sehen, dass ist interessanter als das Leben an einen festen Ort.
Anzeige: Modellbau-Wohnwagen
Schausteller-Wohnwagen (amazon.de)
1.Reihe Mitte / Autor: Andre` Eisermann
Kirmes Spezial – Schausteller und Volksfeste aus der DDR
Kirmes Spezial Karussells 50er & 60er Jahre
Kirmes, Jahrmarkt und Volksfest im S… Sacha Szabo, Frank…
KirmesWebShop
Vermietung – Hau den Lukas