Apr 21 2010
Chronik der Berliner Rummelplätze
Die Geschichte der Berliner Rummelplätze lässt sich bis 1815 Dokumentarisch zurückverfolgen. Anlässlich eines Jubiläums wurde auf dem Exerzierplatz im wunderschönen Bezirk Tiergarten ein Volksfest mit Bühnen erschaffen.
Im Frühjahr 1829 eröffnete in Kreuzberg der Tivoli, dass erste Volksfest im Stiel der heutigen Rummelplätze.
1861 – Der Stralauer Fischzug ein traditionelles Fischerfest wird erstmals mit Karussells und Belustigungsgeschäften bestückt. Um 1900 wurde das aus dieser Veranstaltung wegen Ausschreitungen bekündet.
Völkerscharen spazierten 1866 zur Eröffnung des Rummelplatz an der Hasenheide auf dem Gelände der Gaststätte und Unterhaltungszentrum “Neue Welt”.
Am Halensee wird 1892 eine Vergnügungsstätte eröffnet und im laufe der kommenden Jahre zu einen Rummel nach den Vorgaben des Superrummels aus New York “Conny Island” erweitert.
Erneuter Anlauf des Stralauer Fischzug im Jahre 1924.
Der Urban Rummel eröffnet 1928 mit Schaubuden und vielen Belustigungs- und Fahrgeschäften.
Der inzwischen gegründete Berliner Schaustellerverband eröffnete in zusammenarbeit mit Hans Purwin in den Nachkriegsjahren das Oktoberfest im Zoo. Nach einigen Veranstaltungen wird das Oktoberfest zum Lützowplatz verlegt.
Schausteller Anton Beuermann Veranstaltete ab 1949 Rummelfeste in Berlin. Mit Veranstaltungen wie der “Moabiter Wirbel”, Schützenfest Hakenfelde direkt auf dem Schützenhof, die “Reinickendorfer Welle” rund um den Schäfersee, der “Zehlendorfer Zickzack” als Schützenfest und die Steglitzer Festwoche hatte A. Beuermann eine Tournee zusammengestellt die Erfolgversprechend für alle mitreisenden Beschicker war. Der immer stärker werdende Konkurrenzdruck des Schaustellers Hans Purwin zwang Anton Beuermann zur Aufgabe als Veranstalter.
Hans Purwin schuf 1961 in Zusammenarbeit mit den Amerikanischen Alliierten das “Deutsch Amerikanische Volksfest”".
Zusammen mit den Französischen Alliierten eröffnete 1963 dass “Deutsch Französische Volksfest”, welches sich in Folgejahren zum größten Berliner Volksfest mauserte.
Die Betreiber der Taverne am Lützowplatz (Gebr. Zintel) lassen das Gelände rund um dem festen Veranstaltungszelt von Schaustellern bereisen und starteten somit Alljährlich mit dem Frühlingsfest die Berliner Rummelsaison.
In den Messehallen findet der “Berliner Weihnachtsmarkt” statt.
Im Anschluss des Weihnachtsmarktes zogen die Schausteller zur Gedächtniskirsche und vollziehen den “Neujahrsmarkt” unter der Leitung des Schaustellers H.Purwin.
Um den Verlust der “Neuen Welt” auszugleichen wurde im angrenzenden Volkspark Hasenheide das Volksfest “Neuköllner Maientage” von Hans Purwin eröffnet.
In Steglitz wird die Steglitzer Festwoche vom Berliner Schaustellerverband veranstaltet.
Im Kreuzberger Victoria Volkspark bauen erstmals Schausteller ihre Geschäfte am und auf den Berg ihre Geschäfte auf. Veranstalter dieses Festes war der Schausteller Hans Purwin.
Damit der Berliner Schaustellerverband entlastet wird, werden die Veranstaltungen Deutsch Französiches Volksfest und Steglitzer Festliche Tage an den Schausteller Hans Purwin übertragen und machte diesen zum Berliner Rummelkönig.
Die Wende 1998 brachte einige Veränderungen und so wurde von der Schaustellerfamilie Blume das Deutsch Russische Volksfest “Perestroika” eröffnet.
Der in Ostberlin fungierende Schausteller Hans Dieter Laubinger veranstaltet 1990 den Ostberliner Weihnachtsmarkt am Alex, auf dem erstmals auch Schausteller aus dem Westen platziert werden. Der Erfolg des Weihnachtsmarktes am Alex zog Mitbewerber an, die mit Unterschiedlichen Konzepten auf den Zuschlag des Bezirksamt hofften. So wurde der Weihnachtsmarkt 1991 u. 92 von der Eventargentur Narayka, 1993 wieder vom Schausteller H.D. Laubinger und 1994 von der Schaustellerfamilie Blume veranstaltet. 1995 viel der Zuschlag wieder zugunsten des Schaustellers H.D. Laubinger und wird seither von diesem ausgeführt.
Der seit Jahrzehnte ausgestorbenen “Stralauer Fischzug” wird von H.D. Laubinger erneut zum Leben erweckt, wegen der geringen Besucherresonanz wurde auf Folgeveranstaltungen verzichtet.
Nach langem Gezeter hat der Schaustellerverband unter der unermüdliche Initiative des 1. Vorsitzenden Harry Wollenschläger das ehemaligen Alliiertengelände der Franzosen am Kurt-Schumacher-Damm als “Zentralen Festplatz” erkämpft. Auf dem das Frühlingsfest, Deutsch Französische Volksfest und das Oktoberfest stattfinden.
1999 Das endgültige aus des “Spreeparks” der im Jahre 1969 in der DDR als “Kulturpark” gegründet wurde und nach der Wende von den Schaustellern Göbel und Witte übernommen wurde.


1.Reihe Mitte / Autor: Andre` Eisermann
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